Rekord von 1.161 Naturkatastrophen in Brasilien im Jahr 2023 23/01/2024
- Ana Cunha-Busch
- 22. Jan. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Von AFP - Agence France Presse
Photo by Florencia Potter
Brasilien wurde im vergangenen Jahr von mehr als drei Naturkatastrophen pro Tag heimgesucht und hat damit zum ersten Mal in seiner Geschichte die Zahl von 1.000 Naturkatastrophen pro Jahr übertroffen - eine traurige Statistik, die Experten am Dienstag auf den Klimawandel zurückführten.
Das Nationale Zentrum für Naturkatastrophen (Cemaden) teilte mit, dass im Jahr 2023 1.161 Katastrophen registriert wurden, vor allem Überschwemmungen und Erdrutsche, bei denen insgesamt mindestens 132 Menschen getötet, mehr als 9.000 verletzt und mehr als 74.000 aus ihren Häusern vertrieben wurden.
Dies war die höchste Zahl von Katastrophen in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011.
Cemaden bezifferte die Gesamtschäden in einer letzte Woche veröffentlichten Aufstellung auf mehr als fünf Milliarden Reais (1 Milliarde US-Dollar).
"Der Klimawandel hat einen direkten Einfluss auf die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen", sagte der Klimawissenschaftler Francisco Eliseu Aquino von der Bundesuniversität Rio Grande do Sul gegenüber AFP.
Das El-Nino-Phänomen, das den Atlantik erwärmt, habe die Bedingungen noch verschlimmert, sagte er.
Zu den extremen Wetterereignissen in Brasilien im vergangenen Jahr gehörten ein seltener Wirbelsturm im Süden des Landes, der im September mehr als 50 Menschen tötete, und Erdrutsche im Bundesstaat Sao Paulo, die im Februar mehr als 60 Menschen in den Tod rissen.
Andere Regionen, vor allem der Amazonas-Regenwald, wurden von einer historischen Dürre heimgesucht.
"Die Regenmenge war im Süden weitaus größer als normal und im Norden und Nordosten geringer", sagte Cemaden-Direktorin Regina Alvala in einer Erklärung.
Sie sagte, der Klimawandel habe zu den Extremen beigetragen.
"Ein wärmerer Ozean erzeugt mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und dadurch intensivere und konzentriertere Regenfälle", sagte sie.
Im vergangenen Jahr, dem wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, kam es weltweit zu zahlreichen Klimakatastrophen, da die Oberflächentemperatur der Erde nach Angaben des Copernicus-Klimabeobachtungsprogramms der Europäischen Union fast die kritische Schwelle von 1,5 Grad Celsius überschritt.
lg/jhb/caw





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