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EU steht vor einer entscheidenden Entscheidung bezüglich des lange verzögerten Mercosur-Handelsabkommens 09/01/2026

  • Autorenbild: Ana Cunha-Busch
    Ana Cunha-Busch
  • 8. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit
Wikipedia-Bilder CC-Lizenz
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ANALYSE | KLIMA UND UMWELT | Mercosur-Europa


EU steht vor einer entscheidenden Entscheidung bezüglich des lange verzögerten Mercosur-Handelsabkommens


Nach über zwei Jahrzehnten Verhandlungen steht die Europäische Union vor einer wichtigen Entscheidung: Soll das wegweisende Freihandelsabkommen mit dem Mercosur-Block, dem Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay angehören, weitergeführt werden?


Vertreter der EU-Mitgliedstaaten führen derzeit hochrangige Gespräche in Brüssel, wo in Kürze über das Abkommen abgestimmt werden könnte. Bei Zustimmung wäre der Weg für eine formelle Unterzeichnungszeremonie in Südamerika frei, möglicherweise schon nächste Woche.


Das geplante Abkommen würde eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und Märkte mit insgesamt über 700 Millionen Menschen verbinden. Befürworter argumentieren, dass es die Zölle auf die meisten zwischen den beiden Regionen gehandelten Waren deutlich senken und europäischen Exporteuren in Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Wein- und Spirituosenbranche neue Chancen eröffnen würde.


Die Befürworter des Abkommens, darunter Deutschland und Spanien, sehen darin einen strategischen Schritt zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika in Zeiten zunehmender globaler Handelsspannungen. Auch Wirtschaftsverbände begrüßten den Vorschlag und schätzten, dass europäische Unternehmen jährlich Milliarden Euro an Zöllen einsparen könnten.


Das Abkommen ist jedoch innerhalb der EU weiterhin höchst umstritten. Frankreich hat sich als einer der schärfsten Gegner herausgestellt. Präsident Emmanuel Macron erklärte, der Vertrag schütze die europäischen Landwirte nicht ausreichend. Die Bedenken konzentrieren sich auf den potenziellen Zustrom billigerer Agrarprodukte aus den Mercosur-Staaten. Kritiker befürchten, dies könne die heimischen Produzenten untergraben und die Umwelt- und Lebensmittelsicherheitsstandards schwächen.


In den letzten Monaten kam es in mehreren EU-Ländern zu Bauernprotesten, die die weit verbreitete Besorgnis über die Handelsliberalisierung und die Existenzgrundlagen der ländlichen Bevölkerung verdeutlichten. Auch Polen und Irland äußerten Vorbehalte, was die Unsicherheit über den Ausgang des Abkommens noch verstärkte.


Als Reaktion auf den wachsenden Widerstand schlugen die EU-Unterhändler eine Reihe von Schutzmaßnahmen vor. Dazu gehören ein milliardenschwerer Unterstützungsfonds für Landwirte und Mechanismen, die es der EU ermöglichen, Importe bei Marktinstabilität vorübergehend einzuschränken. Das Abkommen zielt außerdem darauf ab, Hunderte von europäischen geografischen Angaben zu schützen und so zu gewährleisten, dass bekannte Produktnamen im Ausland nicht missbräuchlich verwendet werden.


Damit das Abkommen zustande kommt, muss es die Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten erhalten, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung des Blocks repräsentiert. Italien gilt weithin als Schlüsselfaktor, da seine Position darüber entscheiden könnte, ob diese Schwelle erreicht wird.


Ein Scheitern des Abkommens könnte weitreichende Folgen haben. Beamte des Mercosur, insbesondere in Brasilien, haben angedeutet, dass anhaltende Verzögerungen oder eine Ablehnung durch die EU dazu führen könnten, dass sie das Abkommen ganz aufgeben und damit eine der längsten Handelsverhandlungen der modernen Geschichte beenden.


Dieser Text wurde unter Verwendung öffentlicher Daten, wissenschaftlicher Berichte und Informationen meteorologischer Institute erstellt.


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