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EU und Mercosur streiten sich vor Handelsabkommen über Pestizidstandards. 15/01/2026

  • Autorenbild: Ana Cunha-Busch
    Ana Cunha-Busch
  • 14. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit
Foto: Unsplash von Ieva Brinkmane
Foto: Unsplash von Ieva Brinkmane

EU und Mercosur streiten sich vor Handelsabkommen über Pestizidstandards


The Green Amazon News | Nachrichten


Während die Europäische Union und der Mercosur der Finalisierung eines lang erwarteten Freihandelsabkommens näherkommen, sind die Differenzen bei den Pestizidvorschriften erneut deutlich geworden – insbesondere zwischen der EU und Brasilien, dem größten Agrarexporteur der EU.


Regulierungsdaten zeigen erhebliche Unterschiede zwischen europäischen und brasilianischen Standards für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Während die Europäische Union strengere Regeln anwendet, genehmigt Brasilien weiterhin die Verwendung zahlreicher Wirkstoffe, die europäischen Landwirten aufgrund von Gesundheits- und Umweltrisiken verboten sind.


Brasilien ist für rund 80 Prozent des Agrarhandels der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten verantwortlich. Abgeglichene Informationen von Regulierungsbehörden zeigen, dass ein erheblicher Anteil der in Brasilien zugelassenen Pestizide in der EU keine Zulassung besitzt, hauptsächlich aufgrund von Bedenken hinsichtlich Toxizität, Auswirkungen auf Bestäuber und endokriner Störungen.


Obwohl EU-Recht die Einhaltung von Höchstmengen für Rückstände in importierten Produkten vorschreibt, argumentieren europäische Landwirte und Umweltgruppen, dass die Kontrollen nicht ausreichen, um zu verhindern, dass mit verbotenen Substanzen angebaute Lebensmittel auf den europäischen Markt gelangen. Als Reaktion darauf kündigte die Europäische Kommission kürzlich Pläne an, die Einfuhr von Produkten mit Rückständen bestimmter innerhalb der EU bereits verbotener Fungizide zu verbieten.


Einige Mitgliedstaaten haben sogar noch strengere Maßnahmen ergriffen. Frankreich beispielsweise hat die Einfuhr von Produkten ausgesetzt, die Rückstände von Pestiziden enthalten, die als endokrine Disruptoren eingestuft sind oder im Verdacht stehen, reproduktionsschädigend zu wirken.


Gleichzeitig kritisieren Umweltorganisationen die ihrer Ansicht nach in Europa herrschende Doppelmoral. Unabhängige Untersuchungen zeigen, dass in Europa ansässige Chemieunternehmen weiterhin große Mengen an für den Inlandsgebrauch verbotenen Pestiziden herstellen und in Mercosur-Staaten exportieren – wobei Brasilien sich zu einem der weltweit größten Märkte für diese Substanzen entwickelt hat. Im Zuge der laufenden Verhandlungen wird das Thema voraussichtlich weiterhin genau beobachtet werden und weitergehende Fragen zur regulatorischen Einheitlichkeit, zur Umweltverantwortung und zu den globalen Auswirkungen des Agrarhandels aufwerfen.


The Green Amazon News


Quellen

• Europäische Kommission – Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (GD SANTE)

• Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

• Europäische Chemikalienagentur (ECHA)

• Brasilianische Gesundheitsbehörde (Anvisa)

• Berichte von Public Eye und Greenpeace

• Daten zum Agrarhandel der Europäischen Union

 
 
 

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